Dünger für den Friedhof

Dicky Luft

Im dreizehnten Teil lernt Dicky wieder mal etwas.

Er eilt entschlossen durch die Unterführung, muss sich aber beim Passieren des Fluc schon wieder kurz zusammenreißen, nicht einzukehren – ist eigentlich Energieverschwendung, da der Laden ohnedies noch geschlossen hat. Aber daran denkt er im Moment nicht, er hätte einfach Lust, ein Bier zu trinken. Also bemüht er sich, woanders hinzuschauen und an sein Konto zu denken. Leicht beschleunigt er seine Schritte.
Endlich erreicht er die Prater-Hauptallee, geht am Hauptbahnhof der Liliputbahn vorbei und versucht sich auf das zu konzentrieren, was er beim Bewerbungsgespräch sagen will. Soll er bei der Wahrheit bleiben oder doch ein wenig dicker auftragen?
»Hatschi!«
Plötzlich muss er heftig niesen.
»Hatschi!«
Und noch einmal.
Dicky ist irritiert und blickt sich um. Da entdeckt er auch schon die Ursache für das Kitzeln in der Nase.
»Fuck! Ein Blüten-Hartriegel. Ausgerechnet. Wie kommt denn dieses Scheißteil hierher?«
Er beginnt zu laufen, ist mit den Gedanken irgendwo zwischen dem Strauch und dem anstehenden Gespräch und wird fast von »Brigitte« erfasst.
»Aufpassen, du Trottel!«, fährt ihn der Lokomotivführer an.
»Du Sch–«
Bevor er aussprechen kann, was er denkt, spürt er eine sanfte Frauenhand auf seinem Mund, die ihn daran hindert.
»Ruhig Blut, Herr Luft. Gehen wir rein ins Büro und unterhalten wir uns über Ihre Bewerbung.«

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Dicky Luft

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