Stadt ohne Gesetze

Im neunten Teil denkt Dicky nach und kommt an.

Dicky setzt sich in ein freies Viererabteil, schaut kurz zur Decke und verliert sich umgehend in Gedanken.
Es sind die seit Monaten immer gleichen Gedanken, die mit einer Sehnsucht so groß wie ein Elefantenarsch daherkommen, mit diesem Stechen in der Brust; Monstrositäten, die er loswerden will, es aber nicht schafft – er denkt also wieder mal an sie. Verflucht. Er dreht sich im Kreis, steckt fest, ist gelähmt und starr wie ein Kaninchen vor der Schlange. Und ja, diese Gedanken haben etwas Verführerisches, dem er sich nicht und nicht entziehen kann.
»Na, komm schon, beiß doch in den Apfel. Nur noch einmal, dann lass’ ich dich in Ruhe«, zischelt die Schlange.
Und natürlich beißt er jedes Mal aufs Neue rein. So auch jetzt gerade. Er stellt sich vor, dass sie ihm schon ein wenig die Daumen drücken würde, wenn sie wüsste, dass er gleich ein Vorstellungsgespräch haben wird. Sie würde ihm wohl auch ein paar Tipps gegeben haben, wie er sich richtig zu verhalten hätte. Darin war sie gut, das mochte sie.
Er lächelt still.
»Praterstern.«
Er schreckt auf und steigt aus.
Kurz hängt er noch seinen Gedanken nach, von denen er sich nicht trennen mag, reißt sich dann aber doch zusammen und trottet zum Ausgang.

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