Would You Rather Be a Colonel with an Eagle on Your Shoulder, or a Private with a Chicken on Your Knee?

Wenn die Colts schweigen

Im zwölften Teil entdeckt Dicky Bemerkenswertes und verhält sich wie immer.

»Wozu?«
Er konnte schon immer gut mit Kindern umgehen.
»Ich habe zuerst gefragt. Also darf ich?«
Dicky beginnt zu schwitzen, er fühlt sich von dem Mädchen in die Enge getrieben.
»Was ist jetzt?«
Er sieht ihre Augen und ist irritiert. Sie kommen ihm irgendwie bekannt vor. Er muss nur kurz überlegen, dann fällt es ihm ein. Das sind doch die kleinen blauen Seen von Franco Nero. Seltsam, irgendwie passen sie auch ganz gut in das kleine Mädchengesicht.
»Okay, gib mir die Nummer, dann tippe ich sie für dich ein.«
»Das mach’ ich lieber selber. Da sind zwei Euro, gib mir bitte dein Handy.«
Er ist kurz sprachlos, stottert schließlich: »Wen willst du denn anrufen?«
»Wenn jemand bezahlt, soll man keine Fragen stellen.«
Wehrlos gibt er ihr das Mobiltelefon, sieht zu, wie sich das Mädchen ein paar Schritte entfernt, um ungestört telefonieren zu können.
Er zählt die Sekunden, die so unendlich langsam und zäh wie ein Song von Andrew Lloyd Webber dahinschleichen.
»Verdammte Scheiße!«, denkt er wütend, geht zum Mädchen und tippt ungeduldig auf die Uhr.
»Verdammte Scheiße!«, sagt sie wütend. »Ich bin gleich fertig.«
Er wird rot, dreht sich um und nestelt an seinen Schuhbändern herum.
»Ach, was solls? Wenn sie eh gleich fertig ist, komme ich noch einigermaßen pünktlich an.«
Endlich gibt ihm die Kleine das Gerät zurück, bedankt sich kühl und zieht ab.
Er auch.

Weiterlesen

Dicky Luft

Leave a Reply

dreizehn − 2 =