‘I only took what his freedom is worth to him,’ explains Tchitcherine. ‘Where’s that pipe, now?’

Demofilo Fidani aka Slim Alone, Danilo Dani, Nedo De Fida, Miles Deem, Lucky Dickinson, Dino Fidani, Nedo Fidano, Dennis Ford, Sean O’Neal, Demos Philos und Dick Spitfire. Kevin Grant beschreibt ihn als »perhaps the closest thing to a true auteur the genre possessed«, und für Christian Keßler ist er der »Ed Wood des Italowesterns« – was also? Im Folgenden habe ich einfach die Handlung von Für einen Sarg voller Dollars (Italien 1971) nacherzählt.

Eine Gruppe von Reitern trabt in ein Gehöft. Sie haben zwei Leichen dabei, die sie vor die Füße von Tamayo (Hunt Powers [d. i. Jack Betts]) legen.
»Jeff und Tom – erschossen.«
Auftritt Klaus Kinski als Slander.
»Das ist ja unfassbar. Meine Brüder.«
Er greift in die Brusttasche des einen, holt eine Taschenuhr heraus und lauscht der Melodie. Dann Kinski-Furor: Er erschießt den mexikanischen Cowboy, der die Brüder gebracht hat. Er übergibt Tamayo die Uhr, macht ihn zum Chef und für die Rache zuständig.

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Tamayo steht vor dem Haus der Hamiltons, droht und zündet es mit einer einzigen Fackel an. Warum die sich weder wehren (es fällt kein einziger Schuss) noch das Feuer zu löschen oder zu fliehen versuchen, bleibt genauso ein Rätsel wie die Frage, wie eine Fackel ein ganzes Haus innerhalb weniger Augenblicke in Flammen setzen kann (okay, in dem Fall doch nicht; es ist ja ganz offensichtlich eine Pappattrappe).

Vorspann mit einem Klassesong.

George Hamilton, genannt Nevada Kid (Jeff Cameron [d. i. Goffredo Scarciofolo]), reitet zum vollständig abgebrannten Haus seiner Familie, findet ein paar verkohlte Holzscheite und Steine und die mannshohen Kreuze auf den Gräbern seiner Angehörigen. Der alte Diener Sam, der alles beobachtet hat, erzählt ihm, was er gesehen hat, was sehr wenig ist … Er gibt ihm allerdings die Uhr, die Tamayo blöderweise beim Überfall verloren hat. Es hat, wie gesagt, keinen Kampf gegeben, nichts. Wie er also die Uhr verlieren konnte, ist mir schleierhaft. Mit der Uhr als einzigem Hinweis reitet Nevada Kid davon. Zuerst in Südstaatenuniform, im nächsten Bild in Zivil.

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Ein wilder Banküberfall, den Nevada lässig beendet, indem er die zwei Halunken umlegt. Einer von Tamayos Leuten, Ramirez, ist zufällig anwesend, verfolgt die ergebnislose Frage von Nevada nach dem Besitzer der Uhr.

Wieder in Slanders Unterschlupf. Ramirez reitet ein, erzählt Slander zunächst von einer erfolgreichen Geiselnahme – Monica Benson (Simone Blondell [d. i. Simonetta Vitelli]) – und dann von der Uhr und Nevada Kid. Die Bande reitet davon.

In Palo Pinto. Üble Burschen zerren Monica in ein Haus.

Slanders Bande reitet.

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Monica ist gefesselt. Tamayo will sie schlagen, Slander (plötzlich da) verhindert das. Dicke Luft (hihi, kleiner Gag von mir) zwischen den beiden. Er erzählt von Nevada.
»Er ist ein Typ, der einen umbringt, ohne auch nur rot dabei zu werden.«
Nebenbei: Toll gefilmte Szene!

Nevada reitet in eine Stadt, geht in den Saloon und spielt Karten. Er gewinnt und stellt wieder die Frage nach dem Besitzer der Uhr. Bevor die Mitspieler reden können, werden sie von Ganoven umgebracht. Nevada tötet daraufhin diese Galgenvögel. Zweien jedoch gelingt die Flucht, Nevada verfolgt sie.

Nevada reitet.

Mitten im Nirgendwo findet Nevada in einem Busch ein rotes Halstuch.

Nevada reitet (jetzt in der Wüste).

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Plötzlich ein Schuss aus dem Hinterhalt. Nevada fällt vom Pferd und bleibt regungslos liegen. Ein Halunke stürmt herbei.
»Los, komm her! Er ist tot.«
Wir ahnen, dass er das nicht ist. Und natürlich schickt Nevada den falschen Propheten prompt ins Jenseits. Der andere flieht.

Reiten und Verfolgen.

Da wird der Bandit aus dem Hinterhalt von einem Kopfgeldjäger, John (Gordon Mitchell), erschossen, der lustigerweise stottert. Nevada und er mögen einander und tun sich zusammen, als plötzlich der Vater von Monica Benson mit dem Lösegeld auftaucht und von ein paar Banditen umgebracht wird. Diese wiederum werden von Nevada und seinem Kumpel erledigt, bis auf einen, der davonreitet. Die zwei warten mit der Verfolgung und reden noch mit Benson, der ihnen das Lösegeld gibt und ihnen verrät, dass Tamayo in Palo Pinto ist.

Im Camp von Tamayo herrscht üble Laune, der vorhin Verletzte wird umgebracht, weil er sich mit dem Lösegeld davonmachen wollte – aber klugerweise trotzdem zu Tamayo zurückgekehrt ist.

Nevada und John reiten.

Die Bande bereitet sich auf die beiden vor.

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Nevada reitet in Palo Pinto ein, total unbehelligt. Langes Anschleichen (teilweise komplett ohne Deckung). Er findet Monica über einem Brunnen hängend. Rundherum etliche Banditen, aber auch John. Gemeinsam schalten sie ein paar Gauner aus und befreien Monica. Tamayo ergreift die Flucht. Die anderen Ganoven verhalten sich kooperativ bis zur Selbstaufgabe und lassen sich wie Tontauben abschießen.

Tamayo reitet.

Auch Nevada, John und Monica reiten. Sie trennen sich, weil John Monica in Sicherheit bringen soll. Nevada verfolgt Tamayo. Der wird plötzlich von ein paar seiner Kumpels gefunden.

Nevada reitet.

John und Monica drehen um, um Nevada zu suchen.

Ein paar Ganoven wollen den alten Sam hängen. Einige Schüsse, und alle sind erledigt – von Nevada. Sam weiß, wem die Uhr gehört, was Nevada ganz schön in Rage bringt. Sam erklärt, dass Slander der Mann ist, den Nevada sucht.

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Eine Gruppe reitet (wohl angeführt von Slander, der in dieser Szene allerdings nicht von Kinski dargestellt wird).

Nach einigen klaren Worten von Sam: »Er ist der Mann, der alle Morde befiehlt. Er ist ein Teufel!«, und viel Nachdenklichkeit siegen doch die gute Laune und die Lust aufs Essen. John und Monica kommen. Ein schöner Dialog folgt.
Nevada: »Und was machen wir mit ihr?«
John: »Na ja, vielleicht gibt sie ja Milch.«
In der Hütte klärt Nevada die anderen über Slander auf.

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Slander und Tamayo im Gespräch. Slander will die Uhr, die Tamayo natürlich nicht hat. Ausreden. Er tötet Tamayo. Ramirez soll nun Nevada zur Strecke bringen. Tamayo röchelt noch ein paar letzte Worte:
»Ich hätte niemals auf dich geschossen, Slander.«

Sam singt in der Hütte. Nachdenkliche Stimmung im Camp unserer Helden.

Sam reitet zum Sheriff, die anderen drei Richtung Slander.

Ein Bandit exklamiert, dass er etwas »Hübsches« entdeckt habe. Die Schurken finden Monica, die sich um ihr Pferd kümmert, und bedrängen sie. Es ist natürlich eine Falle.

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Kampf. Nevada lässt sich zunächst ziemlich leicht von Ramirez austricksen, muss einiges einstecken, hätte von einem der Banditen leicht erschossen werden können, behält jedoch in einem packenden Boxkampf die Oberhand, an dessen Ende er Ramirez aber erschießen muss, weil dieser unfairerweise zur Pistole greift.

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Der überlebende Bandit führt sie zu Slanders Versteck. Monica wird weggeschickt, soll aber auf die Männer warten. Sie reiten mit einer Finte ins Versteck ein: Nevada und John liegen als Leichen getarnt auf den Pferden, vom überlebenden Banditen geführt. Plötzlich warnt dieser seine Kumpels und wird sogleich erledigt. Slander und seine Männer kämpfen tapfer, werden aber immer mehr dezimiert und in die Enge getrieben. Slander zieht sich in eine Kirche zurück, während die anderen Banditen unseren Helden immer wieder bereitwillig vor die Kanonen laufen. Slander lädt derweil seine Pistole und packt mit einem seiner Männer Geld ein, um zu fliehen. Draußen unveränderte Situation: Die Banditen sind wie Lämmer auf der Schlachtbank.

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Wieder in der Kirche. Slander bringt seinen Helfer um, Nevada betritt den Raum und spielt die Todesmelodie. Slander kann noch einmal entkommen, allerdings ergreift er nicht die Flucht, sondern schleppt sich mit dem Geld auf den Kirchturm. Von dort hat er zwar eine schöne Übersicht, trifft aber trotzdem nichts. Unversehens klettert er schließlich aus seinem Versteck und ist natürlich leichte Beute für Nevada, der ihn erschießt. Slander fällt vom Turm. Tot.

Nevada überlässt John das gesamte Kopfgeld. Die zwei reiten davon und trennen sich bald.
»Leb wohl, Amigo!«
»Adiós, Goldarsch!«

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Nevada reitet ein letztes Mal (wohl zu Monica).

Abspann.

Zum Abschluss noch der Verweis auf Thomas Weisser, der auch hier ordentlich fabuliert. Die Handlung passt ja noch so einigermaßen, nur die Rollenzuteilung ist kompletter Humbug (es darf also vermutet werden, dass er den Film nie gesehen hat):
Hunt Powers spielt Tamayo. Laut Weisser: Nevada Kid.
Jeff Cameron spielt Nevada Kid. Laut Weisser: John, »no-name bounty hunter«.
Gordon Mitchell spielt John. Laut Weisser: Hagen (d. i. Slander in der deutschen Version).
Klaus Kinski darf gar nicht mehr mitspielen, und Simone Blondell, Demofilo Fidanis Tochter, wird von Weisser kurzerhand zu dessen Frau gemacht. Fritzltown?

So, wer bis jetzt durchgehalten hat, wird mit dem Trailer belohnt:



1 Comment

  1. Wiehert geradezu nach einem Remake. Vielleicht sucht Ridley Scott ja noch eine gute Story für sein nächstes Meisterwerk …

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